Sonntag, 31. Januar 2016

Rezension zu "1888" von Thomas Beckstein




Buchdaten :

Erscheinungsdatum : 09.03.2015
Verlag : Braumüller Verlag
Seiten : 420
Preis Print :  21,90 € (gebundene Ausgabe)

Klappentext :

Wien, im Jahre 1888. Die Zeitungen berichten über die Toiletten der adeligen Damen und den Gesundheitszustand des Kaisers. Eine Prostituierte wird brutal ermordet, dann ein bekannter Arzt. Dessen Kollege Dr. Richard Rollet beteuert seine Unschuld. Und wird doch zum Tod durch den Strang verurteilt. Nur Kriminalinspektor Johann de Vries glaubt nicht an die Schuld des angesehenen Mediziners und ermittelt gegen den Willen seiner Vorgesetzten in jenen Kreisen der Wiener Gesellschaft, die der Bezeichnung "die Besten" nicht immer gerecht werden. Gut drei Jahrzehnte später finden wir uns in London wieder. Ein rätselhaftes Paket mit indischem Poststempel birgt die Tagebuchaufzeichnungen des mutmaßlichen Doppelmörders. Der Adressat, Georg, der in ziellosem Müßiggang die Schrecken des Großen Krieges zu vergessen sucht, taucht in das verworrene und bruchstückhafte Manuskript ein, um es zu einem Buch zu formen, um dem Leben und den Erlebnissen des Autors nachzuspüren und den grauenhaften Geschehnissen auf den Grund zu gehen. Seine Recherchen führen ihn zurück an den Ursprung, nach Wien, wo die Zeit viele, jedoch nicht alle, Spuren ausgelöscht hat. Immer stärker verweben sich die Schicksale der beiden Männer, immer rauschhafter verstrickt sich Georg in die Welt des Richard Rollet, und immer deutlicher tritt aus den Nebeln der Vergangenheit eine Frau hervor: Maria, mit dem Engels- gesicht und den grünen Augen.

Zum Autor :

Thomas Beckstedt lebt als freier Schriftsteller in der Nähe von Wien. Der promovierte Philosoph und diplomierte Datentechniker arbeitete 20 Jahre in der IT-Branche. Nachdem seine Leidenschaft schon immer der Literatur galt, widmet er sich nun ausschließlich dem Schreiben.
(Quelle Lovelybooks)

Rezension :

Mit dem Thriller "1888" hat der Autor Thomas Beckstein ein super Depütroman geschrieben. Das Cover sticht einem sofort in die Augen, nicht nur durch die sehr großen Zahlen sondern auch durch den geheimnissvollen Mann im Hintergrund.

In dem Buch gibt es zwei Handlungsstränge die parallel erzählt werden.
In einem Strang begleiten wir Georg im Jahrte 1922/23 der von seinem ehemaligen Freund die Aufgabe bekommt seine Geschichte zuende zu schreiben. Welcher er sich auch widmet und dazu sich auf Reisen begibt um nähere Informationen zu bekommen die in den Aufzeichnungne seines freundes anscheinend fehlen.
Der zweite Strang handelt im Jahre 1888 und handelt eigentlich um den Freund von Georg der unschuldig im Gefängnis sitzt, da er anscheinend in einen Hinterhalt geraten ist. Nur der Polizist DeVries glaubt nicht so ganz an die Schuld von Dr. Rollet und ermittelt weiter. In diesem Handlungstrang geht es spannend zur Sachen.

Georg ist ja eine der Hauptfiguren im Jahre 1922/23. Er ist ein vom Krieg gezeichneter Soldat der etwas Geld hat durch den Verkauf des Hab und Gutes der Familie. Er wirft auch mit dem Geld um sich das man eigentlich denken müsste, dass dieses bald alle sein muss. Das der Krieg nicht spurlos an ihm vorbei gegangen ist, merkt man auch sehr an seinen Wahnvorstellungen, dazu kommt noch das er schnell den Drogen verfällt und auch nicht bei Alkohol Nein sagen kann. Des Weiteren hat er einen Hang zu Prostituierten, den egal in welche Stadt wir ihn begleiten immer kauft er sich eine auf Zeit für gutes Geld.

Dr. Richard Rollet seine Rolle spielt natürlich im Jahre 1888 und ist der Freund von Georg. Dieser tappt unwissend in eine für ihn gestellte Falle und er wird mit dem Mord an seinem Kollegen in Verbindung gebracht. Er beteuert immer das er diese Morde nicht begangen hat, findet aber keine offenen Ohren. Dieses liegt wohl an der damaligen Zeit, die Fälle die eindeutig scheinen werden nicht weiter untersucht und es wird verurteilt. Zum Leid des Angeklagten. Er ist ein sehr gebildeter Mann, der aber auch nicht ohne ist, denn er hintergeht auch seine Frau, die natürlich an einer Grippe stirbt und der Weg zu seiner Geliebten frei ist, aber dann kommt halt dieser Mordkomplott dazwischen.

DeVries ist ein Polizist der den Fall, Dr.Rollet, kurz vor dem Prozess bekommt und nur aus den Akten kennt und dadurch auch nur das erzählen kann was in den Akten steht. Aber nachdem ihm Informationen  zugespielt wurden die berechtigte Zweifel aufkommen lassen ermittelt in dem eigentlich abgeschlossenen Fall und es passiert eine Menge Dinge die man nicht erwartet. DeVries kontaktiert sogar alte Kontakte und fordert Gefallen ein um weiter zu kommen in dem Fall. Man könnte sagen er verbeißt sich regelrecht darin.

Auch alle anderen Charaktere die in diesem Buch sind toll ausgearbeitet und passen sich dem Buch einfach super an. Ich hatte auch immer ein Gesicht vor Augen und konnte mir die Personen sehr gut vorstellen.

Die Handlungsorte wurden vom Autor sehr gut beschrieben und passen zu der Zeit in der das Buch handelt. Man konnte sich die Häuser, Keller, Gassen und auch Pubs/Kneipen sehr gut vorstellen. Man hat sogar das Gefühl gehabt zum Teil sich in den räumlickeiten zu befinden.

Der Schreibstil von Thomas Beckstein ist einfach nur toll. Man liest das Buch trotz seiner komplexität doch sehr flüssig und schnell. Es gibt zwar keine richtigen Kapitel, aber wir springen zwischen den Jahren 1888 und 1922/23 was immer durch kurze Überschriften in Form von Jahreszahlen abgetrennt wird hin und her.
Die teilweisen Einschübe in kursiver Form, die die Gedanken des Erzählers dastellen, frischt das ganze ein wenig auf.

Der Thriller von Thomas Beckstein ist ein gelungenes Debüt und sehr empfehlenswert. Das Buch ist sehr komplex aber auch sehr gut recherchiert. Von mir gibt es für dieses Buch eine klare Leseempfehlung für Thrillerfans die auch mal gerne etwas anspruchvolles lesen wollen.

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1888 von Thomas Beckmann

Bewertung :

Dieser Thriller bekommt von mir 4 von 5 Sternen


 

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