Sonntag, 11. September 2016

Rezension zu "1001 Angst" von Lily Konrad



Buchdaten :

Erscheinungsdatum : 13.10.2014
Verlag : Titus Verlag
Seiten : 141
Preis Print : 7,90 €

Klappentext :

Bislang hat die junge Lina ein ganz normales Leben geführt. Doch nun wird sie in einem dunklen Kellerraum gefangen gehalten, gequält, erniedrigt und auf bestialische Weise misshandelt. Wie ist Lina in diesen Keller geraten? Wer ist Sosso? Und was kann ihr neuer Freund Jimmy für Lina tun?
Ein spannender Thriller der Autorin Lily Konrad, die Einfühlungsvermögen sowohl für das Opfer als auch in die Täterrolle beweist.

Zur Autorin : 

Schon als Kind liebte Lily Geschichten - die aus Büchern genauso wie die selbst ausgedachten. Ihre ersten "Werke" waren in Schulhefte geschriebene Indianergeschichten, die sie mit Bildern von Karl-May-Verfilmungen illustrierte.
2002 begann sie, Romane zu schreiben, zunächst allerdings nur für ein paar interessierte Testleser. Ihr Debüt "Staub von den Sternen" erschien erst gut 10 Jahre später.
In ihren Büchern schreibt Lily vor allem über die Gefühle und Handlungsmotive ihrer Protagonisten. Es ist ihr wichtig, ihren Lesern die handelnden Personen nahe zu bringen, die Charaktere lebensecht und durchschaubar zu machen. Für sie sind Bücher vergleichbar mit Musik: Die geschriebenen Worte sind wie Noten auf dem Papier. Erst wenn die Melodie erklingt, wenn die Geschichte in der Vorstellung des Lesers Formen annimmt, sind die Noten oder Worte zum Leben erwacht und haben ihr Ziel erreicht.
Lily lebt mit ihrer Familie in ihrer Wahlheimat Butzbach, einem kleinen Städtchen nördlich von Frankfurt. Außer Schreiben und Lesen sind ihre liebsten Freizeitbeschäftigungen Stricken von selbst erdachten Motiven, Wandern und Reisen. Sie ist mit Vorliebe am, im oder auf dem Meer, was vielleicht mit ihrem Sternzeichen (Fische) zusammenhängt.
Mehr über Lily Konrad und ihre Bücher ist auf ihrer Homepage http://www.lily-konrad.de/ nachzulesen. Auch freut sie sich sehr über Kontakte via Facebook unter https://de-de.facebook.com/lilykonrad. 
(Quelle Amazon)

Rezension :

Mit dem Buch "1001 Angst" hat uns Lily Konrad einen sehr interessanten Thriller aus der Sicht des Opfers und des Täters beschert. Wir dürfen in die Psyche von beiden blicken und dieses finde ich zum Teil sehr erschreckend. Das Cover ist schon ein Blickfang, nicht nue weil es in rot gehalten ist, sondern auch dadurch das der Mund garnicht existiert und dafür der Buchname dort steht.

In dem Buch begleiten wir Josef der schon in seiner Kindheit einiges auf dem Kerbholz hat. Nun entführt er Lina um sie nur für sich zu haben. Wir lernen beide Seiten dieser Gefangenschaft kennen, was schon sehr interessant ist. Aber wird Lina entkommen können und was hat sich während ihrer Gefangenschaft geändert ?

Josef ist in diesem Buch unser Täter, er ist schon in seiner Kindheit kein Unschuldslamm. Erst erpresst er Schwächere, was sehr gut klappt weil viele Angst vor ihm haben und dann begeht er Vergewaltigungen an einer Erzieherin im Heim und kommt auch damit davon, weil er alles genau plant. Im jungen Alter noch nicht so wie bei der Entführung von Lina, aber immer so gut das man  ihm nicht nachweisen kann. Bei der Entführung von Lina plant er alles sehr akribisch, was sich ja auch bezahlt macht, den man kommt ihm ja nicht auf die Schliche. Seine starke Neigung zum SM lernt er erst in späteren Jahren kennen und nachdem man ihm nicht in den Klub aufnehmen wollte, beschließt er sich seine eigene Sklavin zu halten, der Entschluß zur Entführung von Lina ist gefasst.
Josef ist kein dummer, das muss man echt sagen, denn er hat anscheinend ein sehr hohes Wissen, was man daran erkennt wie genau er alles plant. Schallschutz im Keller, zweite Wand mauern, keine losen Gegenstände im Keller, alles mehrmals gesichert. Auch bei dem Einbruch in den Klub hat er die Alarmanlage zum Teil lahmgelegt und er ist sehr darauf bedacht keine Spuren zu hinterlassen, er benutzt wohl immer Einweghandschuhe und Schuhüberzieher. Man könnte noch viele Dinge aufzählen was unterstreicht das Josef kein Dummer ist. Schade das er auf die schiefe Bahn gerät.

Lina, sie ist ein Einzelkind und Krankenschwester und in diesem Buch unser Opfer. Immer in Eile weil sie spät dran ist und das ist leider ihr Verhängnis. Als sie mal wieder zu spät dran ist und sich in der Tankstelle vordrängelt fällt sie Josef auf und er bestimmt sie zu seiner Sklavin. Sie ist anscheinend eine hübsche junge Frau, die nur leider keine Kinder bekommen kann und deshalb auch Streit mit ihrem Freund hat. Durch ihre ständige Hetze, weil sie zu spät dran ist, nimmt sie natürlich nicht ihre Umgebung war und so ist es ein leichtes für Josef sie zu beobachten. Nach ihrer Entführung geht es mir ein wenig schnell das ihr Willen gebrochen wurde, aber das mag ja auch in so einer Extremsituation möglich sein. Sie unterwirft sich Josef (oder auch Sosso, so soll Lina ihn nennen), aber egal was sie auch tut sie macht es ihm nicht recht und wird bestraft. Man merkt das sie ihn auch sehr ausgeliefert ist und das sie nicht möchte das er ihr überdrüssig wird und versucht so oft wie möglich die Aufmerksamkeit von ihm zu bekommen, auch wenn es in Bestrafung endet. Lina ist zum Ende ein gebrochener Mensch und ob sich das jemals wieder richten lässt wage ich zu bezweifeln.

Da hier  im Buch nur am Rande noch ein paar Charaktere erscheinen kann ich nicht viel zu ihnen sagen, denn sie spielen keine wirkliche Rolle. Wenn da noch jemand war, war er ausreichend für seinen Auftritt beschrieben und passte sich gut in die Geschichte ein. Ein tieferer Hintergrung als zu Josef und Lina war nicht wirklich gegeben.

Die Handlungsorte von denen es ja nicht viele gab, waren alle sehr gut beschrieben und ich hatte dort immer ein passendes Bild vor Augen. Der Keller war ja besonders beschrieben, leider hatte ich das Gefühl das die Details aus dem Keller öfter beschrieben wurden, warum auch immer. Die Entstehung war schon interessant vorallem die akrischen Details die Josef einfließen ließ. Auch die Beschaffung der Accessoires war schon recht interessant, denn so hat Josef noch seine Rache genommen.

Der Schreibstil von Lily Konrad ist sehr schön, das Buch lässt sich in einem weglesen. Es ist nicht kompliziert geschrieben. Auf lange Schachtelsätze wurde ebenfalls verzichtet, wie auf lange Kapitel. Die Kapitel sind kurz und knackig und man kann mal schnell ein Kapitel lesen. Das einzige was mich Anfangs ein wenig gestört hat sind die extremen Zeitsprünge in die Kindheit und dann wieder zu Lina etc. Da musste ich mich erst ein wenig reinfinden, was aber auch recht schnell ging. Als dann nur noch die zwei Stränge mit Keller (Lina) und die Entführungsplanung (Josef) war, fand ich mich super zu recht und der Lesefluss war dann für mich flüssiger. Die Spannung steigert sich bis zum Showdown am Schluß stetig und reist meiner Meinung nach nicht ab, obwohl mir einige Szenen als Seitenfüller erschienen, da diese aber nicht zu lang waren, fiel das nicht besonders ins Gewicht.

Ich vergebe für das Buch 4 von 5 Sternen, weil ich der Meinung bin das es etwas mehr ausgebaut werden könnte. Die Psyche des Opfers und auch des Täters hätte ich mir etwas mehr ausgeprägt gewünscht. Ich hätte gerne mehr erfahren wie die Gedankengänge während oder auch nach der Bestarfung gewesen sind. Hat Josef vorher noch geübt mit den Geräten umzugehen etc. oder war Lina sofort sein Versuchskaninchen ? Ja er war im Klub aber doch nicht oft. Mir sind ein paar Fragen offen geblieben die ich noch gerne geklärt bekommen hätte. Aber alles in allem ist es ein sehr interessantes Buch, welches uns Lily Konrad da gezaubert hat.

Ich kann dieses Buch allen nur empfehlen, die gerne mal in die Psyche von Täter und Opfer abtauchen wollen.

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1001 Angst von Lily Konrad

Bewertung :

Dieser Thriller bekommt von mir spannende 
4 von 5 Sterne.

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